Eudämonie-Buchprojekt

Das Konzept der Eudämonie, der Lehre einer gelungenen Lebensführung, geht auf den antiken Philosophen Aristoteles (384 v. Chr. – 322 v. Chr.) zurück und ward im Lauf der Jahrtausende den veränderten Lebensumständen unterworfen. Was die antike Eudämonie mit der des spätkapitalistischen 21. Jahrhunderts verbindet oder unterscheidet, soll Ziel dieses gemeinschaftlichen Buchprojektes sein. Mit dem Begriff Eudämonie ist kein emotionaler Zustand gemeint sondern vielmehr eine Art „richtig“ zu leben – wobei die Frage erlaubt sein soll: allein subjektiv „richtig“? Bekanntlich gibt es laut Adorno „kein richtiges Leben im falschen.“ Weiterlesen

Advertisements

Das Abenteuer des Echt-Zeit-Gefühls

Gute Literatur ist ein existentielles Abenteuer, irgendwann bin ich versandet in meinem Denken & Fühlen, irgendwo unterwegs hatte ich den roten Faden verloren auf der Suche nach der verlorenen Liebe, jenem Seinsgefühl der eigenen Identität. Vor mehr als dreißig Jahren lebte ich in Prag mit meiner zweiten Familie, in einer glorreichen Zeit, vergleichbar vorgeblich mit dem Paris der 20er Jahre oder auch den goldenen 20ern in Berlin. Tausende junger Amerikaner hatten von diesem Ruf gehört und waren nach Prag gekommen, einem Mekka des intellektuellen und künstlerischen Aufbruchs nach dem Ende des kalten Krieges, und, für die, die Dollars oder D-Mark hatten, war es ein preiswertes Abenteuer mit altem Wein, jungen Weibern und viel Gesang. Einer der Treffpunkte war ein Büchercafé in Prag 6: THE GLOBE. Ich verkehrte dort regelmäßig, gehörte mit zur „Besatzung“ und konnte dort wertvolle Bekanntschaften, manchmal auch Freundschaften, schließen. Auch die Prager Antiquariate hatte ich erkundet und noch das versteckteste, jenes von Dr. Mandel in einem Prager Vorort, gefunden – von jenem Dr. Mandel kaufte ich die erste Nietzsche Gesamtausgabe aus dem 19. Jahrhundert, als Nietzsche noch (geistig umnachtet) lebte. Weiterlesen

Alles Glückssache? – Gedanken über ein gelungenes Leben

Unter apriorischem Wissen verstehen wir jenes Wissen, das von Erfahrung unabhängig ist. Im Unterschied dazu steht das empirische oder erfahrungsabhängige Wissen, das insbesondere durch eigene sinnliche Wahrnehmung und Erfahrung gewonnen wurde und in der Regel die Persönlichkeit des Menschen prägt. Bei meiner allgemein gehaltenen Anfangsfrage, ob nun alles im Leben und das Leben selbst Glückssache ist, muss ich, um die Anfänge unseres Seins zu beleuchten, aus dem wissenschaftlichen Fundus des apriorischen Wissens schöpfen. Weiterlesen

Für mich besteht die Lebenskunst auch darin…

…sich ganz und gar auf einen anderen Menschen einzulassen – was wohl nur wenige Menschen können oder wollen, da es zu sehr mit einem Risiko verbunden ist; Mit Einlassen meine ich auch auf die Gefahr hin enttäuscht zu werden, endet doch jede Täuschung mit einer Enttäuschung, was ich für gut und akzeptabel halte! Aber man programmiere seine Enttäuschung nicht vor und gehe ohne Selbsttäuschung, und deshalb völlig unbefangen, an diesen anderen Menschen heran. Ein alter Freund hatte die Angewohnheit hinter derartigen Erklärungssätzen immer floskelhaft die Frage zu hängen: „Verstanden was ich meine?“ Also ganz einfach: unbefangen, angstfrei und vollkommen auf den anderen einlassen, ohne ein „eigentlich“ oder andere Hintertürchen, Sicherheitszonen und dergleichen mehr einzubauen. Weiterlesen